Der Rabenturm

oder

Wie die Magie zurück in den Schmuck kam

Es war einmal ein malerisches Städtchen an einem Fluss.
Der Anblick der prächtigen Gebäude, die schon seit Jahrhunderten von der Geschichte und dem Wohlstand der Stadt erzählten, erfüllten die Herzen der ungewöhnlich fleißigen und ordnungsliebenden Bewohner mit Stolz.
Nur ein Bauwerk, besser gesagt, ein Turm war ihnen ein Dorn im Auge: Dieser Turm stand mitten in der Stadt. Obwohl er schon Hunderte von Jahren alt sein musste, sah er aus, als hätten die Maler erst gestern ihre Leitern weggetragen.
Eigentlich hätten die Bürger dafür dankbar sein können, schließlich sparte man sich das Geld für teure Restaurierungen, wenn da nicht noch ein paar Besonderheiten dazu gekommen wären, die ihnen Bauchschmerzen bereiteten: Zum Einen gab es keine Tür in den Turm! Und zum Anderen war die blaugoldene Turmuhr vor langer Zeit stehen geblieben, ihre goldenen Zeiger zeigten immer auf 12 Uhr. Und ohne Tür konnte sie niemand reparieren.
Im Stadtrat entbrannten deswegen von Zeit zu Zeit hitzige Diskussionen. Er beauftragte Historiker aus der ganzen Welt, etwas über den Turm heraus zu finden, aber erfolglos! Wer ihn erbaut hatte, oder wie alt er war, blieb ein Rätsel.
Die radikaleren unter den Räten schlugen vor, den Turm abzureißen. Aber jeder Versuch auch nur den Putz bröckeln zu lassen, sei es mit Hacken, Hämmern oder Schlagbohrern, schlug fehl. Der Turm widersetzte sich, die makellose Fassade blieb absolut unberührt.
Zähneknirschend wandten sich dann die Stadträte wieder anderen Themen zu und ignorierten den Turm, so wie es auch die meisten Bürger taten.
Nur die Raben liebten ihn. Sie ließen sich mit Vorliebe auf dem Dach nieder und riefen von da aus den vorbei eilenden Menschen Frechheiten auf Rabisch zu, das diese natürlich nicht verstanden. Der junge Rabe Benedict saß besonders gerne auf dem höchsten Punkt des Dachs um sich den Wind durch das pechschwarze Gefieder pfeifen zu lassen. Eine einzelne schneeweiße Feder auf seinem Kopf hatte ihm den Spitznamen "Flocke" eingebracht.
Raben sind ja bekannt für ihre Neugierde und da machte Benedict keine Ausnahme. Er liebte es, knifflige Rätsel zu lösen und deswegen interessierte es ihn brennend, welches Geheimnis der Turm verbarg. Und so kam es, dass Benedict wieder einmal durch die schmale Luke, die allerdings nur in den Dachstuhl führte, in den Turm flog und zum tausendsten Mal den glatten Boden untersuchte. Gerade in diesem Moment verirrte sich ein Sonnenstrahl in die kleine Öffnung und fiel auf den Boden. Was er jetzt sah, ließ sein Rabenherz schneller schlagen! Auf der glatten Fläche zeichneten sich silberne Linien ab. Aufgeregt hüpfte er näher und legte den Kopf schief, um sie näher zu betrachten. Es war ein Plan, der ein Labyrinth mit einem Stern in der Mitte darstellte. Benedict begriff sofort. Ohne eine der silbernen Linien zu berühren, suchte er sich einen Weg zu dem Stern, was gar nicht so einfach war. Er musste sich beeilen, bevor die Sonne weiter wanderte und die Linien verblassen würden. Im letzten Sonnenstrahl hüpfte er auf den Stern und . . . fiel durch den Boden!
"Autscht!" Benedict war unsanft gelandet und brauchte einen Augenblick, um sich zu orientieren. Er rappelte sich auf und vergaß seine zerzausten Federn, als er begriff, wo er sich befand. Er hatte es tatsächlich geschafft, er war im Turm! Neugierig sah er sich um.
Es war völlig still und im diffusen Zwielicht erkannte er die Umrisse einzelner Gegenstände. Benedict flatterte auf einen Tisch, den er mitten im Raum entdeckte. Jemand hatte einen Halbkreis aus dessen Platte geschnitten und darunter ein Leder befestigt, davor stand ein unbequem aussehender Hocker. Verschiedene Werkzeuge lagen auf dem Tisch. Benedict erkannte eine Säge mit haarfeinem Sägeblatt, verschiedene Hämmer, alle klein und zierlich, lagen bereit. Aber die meisten Werkzeuge hatte er noch nie gesehen, außerdem erschwerte die dicke Staubschicht eine genauere Untersuchung. Etwas das ihn an eine Nudelmaschine erinnerte, stand auf einer Art Podest neben dem Tisch. Benedict hatte so ein ähnliches Ding schon mal in der Küche des Gasthauses gesehen, in die er sich als Jungrabe mal verirrt hatte, weil er den leckeren Essensdüften nicht widerstehen konnte.
Und dann entdeckte er etwas, das ihm den Atem nahm: In einer Vitrine lagen die schönsten Dinge, die ihm jemals unter die Augen gekommen waren. In seinem Drang sie genauer zu betrachten, wäre er fast vom Tisch gefallen. Fein gearbeitete Schmuckstücke glänzten auf nachtblauem Samt um die Wette: winzige Blüten aus Gold und Elfen aus Silber, einen silbernen Drachen, dessen Schuppen funkelten und Broschen wie Blätter geformt. Für einen zauberhaften Moment vergaß Benedict die ganze Welt!
Nur mit Mühe konnte er seine Augen von den Schätzen losreißen, und er sah sich weiter um. Es gab eine nur angelehnte Tür, die in einen weiteren Raum führte. Neugierig flog er durch den Spalt.
Ein Himmelbett mit gedrechselten Pfosten nahm fast das ganze Zimmer ein. Und jemand lag darin! Benedict ließ sich auf dem Fußbrett nieder und krächzte laut.
Aber der Mann auf dem Bett rührte sich nicht. Er war vollständig angezogen, trug sogar eine Lederschürze! Benedict konnte sehen, wie sich sein Brustkorb hob und senkte. Der Rabe krächzte wieder, diesmal so laut er konnte und flatterte dabei geräuschvoll mit den Flügeln. Aber der Mann reagierte wieder nicht.
"Das gibt 's doch nicht!" Benedict hüpfte auf dem Bett zum Kopf des Mannes und betrachtete ihn genauer, eindeutig, er atmete. Für einen Menschen sah er richtig sympathisch aus. Seine Haare und der große Schnurrbart hatten die gleiche weiße Farbe wie seine Feder auf seinem Kopf. Der Rabe überlegte. Er wollte gerade ein paar Schnurrbarthaare des Schlafenden in den Schnabel nehmen, als eine brüchige Stimme sagte: "Das wird nichts nützen!"
Erschrocken blickte Benedict sich um, ohne jemanden zu sehen.
"Hier unten bin ich!" sagte die Stimme wieder.
Und richtig, als Benedict den Boden absuchte, fiel sein Blick auf - eine Maus. Vor Staunen blieb ihm sein Schnabel offen stehen.
"Glotz nicht so! Hast du noch nie eine Maus gesehen? Am besten kommst du hier herunter zu mir, für meine alten Knochen ist es ziemlich beschwerlich auf das Bett zu klettern.", sagte die Maus. Benedict klappte seinen Schnabel zu. Natürlich hatte er schon mal eine Maus gesehen, aber ihm war noch nie zuvor eine sprechende begegnet!
Er plusterte sich auf und landete dann mit ausgebreiteten Flügeln neben ihr auf dem Boden. Die Maus ruderte mit den Vorderfüßen, um ihr Gleichgewicht nicht zu verlieren. "Mach doch nicht soviel Wind!" schnauzte sie Benedict an. Die Maus stand nämlich auf ihren Hinterfüßen und nicht nur das, sie stützte sich auf einen Haselnussstock in der Größe eines Zahnstochers. Außerdem trug sie auf ihrer spitzen Nase eine goldene Nickelbrille! Aber ansonsten sah sie aus wie eine gewöhnliche Maus mit braunem, graumeliertem Fell, großen Ohren, einem beeindruckenden Schnurrbart und glänzenden Knopfaugen, deren Funkeln ihrem offensichtlich fortgeschrittenen Alter Lüge straften.
Auch die Maus musterte Benedict, nickte dann und meinte: "Es wird aber auch so langsam Zeit, dass jemand kommt. Gestatten, mein Name ist Henry Glitter, meines Zeichens Goldschmiedemaus." Henry deutete eine Verbeugung an.
"Ähm . . ." Benedict krächzte und besann sich dann seiner guten Manieren. "Angenehm, Herr Glitter, ich heiße Benedict Flocke."
"Du kannst Henry zu mir sagen." Die Maus schob ihre Nickelbrille hoch. Sie schwiegen beide. "Was ist hier eigentlich los?" fragte Benedict schließlich. "Warum wacht er nicht auf?" und deutete mit dem Schnabel auf den schlafenden Mann.
Herr Glitter seufzte und sank in sich zusammen. "Das ist eine länger Geschichte, die erzähle ich dir lieber im Sitzen." Die Maus hatte sich in Bewegung gesetzt und huschte trotz Stock überraschend flink zu einem Schrank in der Ecke des Raumes. Benedict blieb nichts anderes übrig als hinterher zu hüpfen.
Die Schranktür stand auf und als der Rabe Henry ins Innere folgte, gelangten sie in eine komfortable Wohnung. Komfortabel allerdings nur für jemand in Mausgröße. Benedict fegte versehentlich mit einer Schwanzfeder ein paar Bücher, die auf dem Wohnzimmertisch in Puppenstubenformat lagen, vom Tisch.
"Entschuldige." stammelte er und hob die Bücher mit dem Schnabel auf. Dann versuchte er, sich so wenig wie möglich zu bewegen, während sein neuer Freund sich in einem Schaukelstuhl niederließ. Seinen Schwanz drapierte er dabei sorgfältig über eine Lehne.
Die Wände des Zimmers waren vom Boden bis zur Decke mit in Leder gebundene Bücher bedeckt. "Also, willst du jetzt wissen, was hier vorgeht?" sagte Herr Glitter barsch, als ob Benedict ihn hatte warten lassen.
Der Rabe nickte eifrig.
"Es ist schon so lange her, aber mir kommt es vor, als sei es erst gestern gewesen." Herr Glitters prächtiger Schnurrbart sank nach unten.
"Wir hatten so ein schönes Leben in unserer Werkstatt, du hast sicher bemerkt, dass du dich in einer Goldschmiede befindest?" Ohne die Antwort des Rabens abzuwarten, fuhr er fort. "Hier entstanden Schmuckstücke, die die Herzen der Menschen mit Freude erfüllten. Du musst wissen, Giorgio hat magische Hände!" Die Augen der Maus leuchteten. "Von weit her kamen die Leute, um mit einem von ihm geschaffenen Schmuckstück ihren Träumen Nahrung zu geben."
Benedict verstand nicht genau, was Herr Glitter damit meinte und fragte: "Den Träumen Nahrung geben?"
"Du wirst das vermutlich nicht mehr verstehen, du bist zu jung dafür! Aber früher verzauberte Schmuck seinen Träger, machte die Welt zu einem magischen Ort und die Menschen glücklicher." Benedict überlegte. Natürlich mochte er glänzende Dinge, wie alle Raben, aber einen Zauber hatte er noch nie gespürt. Und auch die Menschen, sofern er ihnen Beachtung geschenkt hatte, schmückten sich, aber womit eigentlich? Für ihn sahen alle ihre Schmuckstücke gleich aus, ab und an war ihm schon mal ein besonders großer Diamant ins Auge gestochen, aber das Gefühl, das er beim Anblick des Schmuckes in der Vitrine gehabt hatte, war ihm völlig neu.
"Du meinst Schmuck sollte mehr tun als teuer sein und glänzen?"
"Ja, genau! Er soll die Herzen erfreuen!" Die Maus seufzte. "Und genau das war unser Problem! Alle wollten ein Stück von Giorgio! Die Leute kamen von weit her und reisten glücklicher ab, die Welt wäre nach und nach zu einem besseren Platz geworden." Herr Glitter verstummte. "Was ist passiert?" Benedict wollte schon ungeduldig mit seinen Flügeln schlagen und erinnerte sich gerade noch rechtzeitig daran, wo er sich befand.
"Die böse Zauberin Hermine Freudlos ertrug diese Aussicht nicht! In ihrer Welt war kein Platz für Schönheit und Heiterkeit. Sie hat uns verflucht, und Giorgio Freudenreich ist in einen unendlichen Schlaf gesunken, und mit ihm ist der Zauber des Schmucks verloren gegangen." Tränen standen in Glitters Augen.
"Aber da muss man doch was machen können!" Benedict fegte erneut mit einer Schwanzfeder ein paar Bücher vom Regal.
"Was glaubst du denn, was ich hier tue?" Herr Glitter deutete auf seine Bücherwand. "Seit damals suche ich in meinen Büchern danach, wie der Fluch gebrochen werden könnte. Ich habe schon alles Mögliche ausprobiert: Beschwörungen, Gesänge, Zauberformeln, ja ich bin sogar soweit gegangen, dass ich Giorgio geküsst habe, aber nichts hat funktioniert! Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass Hilfe von außen kommen muss. Und da kommst du jetzt ins Spiel!"
"Ich?" Benedicts Gefieder sträubte sich. "Ich habe doch keine Ahnung!"
Herr Glitter sah ihn traurig an."Tja, so wie es aussieht, werden wir zusammen arbeiten müssen, da du den Turm erst wieder verlassen kannst, wenn der Goldschmied erlöst ist."
Und tatsächlich, das Loch in der Decke, durch das Benedict gefallen war, hatte sich geschlossen. Wer jetzt denkt, dass Benedict in Selbstmitleid gebadet hätte, kennt die Raben und vor allen Dingen Benedict Flocke schlecht. Nachdem er den ersten Schock überwunden hatte, machte er gemeinsam mit Glitter einen Schlachtplan.
Als erstes untersuchten sie Giorgio genau. Um Herr Glitter den Aufstieg auf das Bett zu ersparen, nahm ihn Benedict kurzerhand in den Schnabel und flog mit ihm auf das Bett. Die Maus brauchte einen Moment, um sich von ihrem Schreck zu erholen, war aber kräftig genug, um Benedict mit ihrem Stock eins überzuziehen. "Das nächste Mal fragst du mich gefälligst! Keine Manieren die jungen Leute!"
Die beiden schubsten, rüttelten, kitzelten, zwickten den Goldschmied, schrien ihm ins Ohr, stießen ihm Herr Glitters Gehstock in die Rippen, Benedict riss ihm ein paar Schnurrbarthaare aus, aber Giorgio schlief selig weiter. Benedict glaubte, von weit her ein hämisches Lachen zu hören. Maus und Rabe hatten sich beide auf die breite Brust des Goldschmieds gesetzt und sahen ihm ins Gesicht.
"Ich habe dir doch gesagt, dass ich das alles schon ausprobiert habe. Du könntest ihn auch noch küssen, bei Schneewittchen hat das funktioniert!"
"Was für eine Schnapsidee! Raben küssen doch nicht, wir schnäbeln!"
"Na, dann schnäble ihn halt!" brummte Herr Glitter.
Die Vorstellung widerstrebte Benedict. Er schnäbelte lieber mit einem Rabenmädel. Aber da ihm nichts besseres einfiel, überwand er sich, und beugte sich über das Gesicht des Schläfers. Jetzt hatte der natürlich keinen Schnabel. Was dem noch am Nahesten kam, war die nicht unbeträchtliche Nase, aus der ein paar borstige Nasenhaare sprossen. Benedict zögerte kurz, dann rieb er entschlossen seinen Schnabel an dem Corpus delicti.
Voller Spannung hielten Maus und Rabe die Luft an und tatsächlich, Giorgio rümpfte die Nase als wollte er niesen, stieß einen Seufzer aus und schlief weiter.
"Ich glaube, wir sind auf der richtigen Spur!" Herr Glitters große Ohren zitterten. "So eine Reaktion hat er noch nie gezeigt! Versuch es noch einmal!"
Gehorsam rieb Benedict seinen Schnabel an der Nase. Diesmal holte der Schlafende tief Luft, als wollte er niesen.
"Hm." sagte Herr Glitter nachdenklich. "Es reicht irgendwie nicht."
Benedict sah Giorgio in die Nasenlöcher, was sie aber auch nicht weiter brachte.
Die Maus musterte Benedict scharf.
"Was?" fragte der Rabe unbehaglich.
"Wie wäre es, wenn wir ihn an der Nase kitzeln, zum Beispiel mit einer Feder?"
Und bevor Benedict reagieren konnte, schnappte sich Herr Glitter die weiße Feder, auf die Benedict so stolz war und riss sie mit einem Ruck aus.
Der Rabe protestierte krächzend. "Spinnst du?"
Aber Herr Glitter ignorierte ihn und war schon zur Tat geschritten. Mit seiner Beute in den Händen lief er flink zum Gesicht seines Freundes und kitzelte dessen Nase mit der schneeweißen Feder. Der Goldschmied runzelte die Stirn, machte einen tiefen Atemzug, riss die Augen auf und nieste gewaltig.
Benedict, Herr Glitter, dessen Spazierstock und die Feder wurden durch die gigantische Schallwelle durch die Luft geschleudert und landeten unsanft auf dem Boden, die Feder segelte auf Benedicts Kopf.
Aber die unsanfte Landung kümmerte die beiden nicht, denn Giorgio saß aufrecht im Bett und blickte sich fragend um.
Wie eine junge Maus raste Herr Glitter auf das Bett und setzte sich auf ein Knie des Goldschmieds. "Giorgio, mein Giorgio bist du wirklich wach?" fiebste er.
Der Goldschmied grinste breit, setzte die Maus auf seine Hand und hielt sie vor 's Gesicht. "Was ist denn los? Hab' ich lange geschlafen? Und wer ist unser Besucher?"
Die Maus hatte Tränen in den Augen und umarmte Giorgios Nase. "Nach 500 Jahren habe ich aufgehört mitzuzählen, aber das macht nichts, jetzt bist du wieder wach! Und das ist der Rabe Benedict, er hat geholfen dich aufzuwecken."
Der Goldschmied beugte sich zu Benedict und sagte: "Erfreut dich kennenzulernen!" Dann schwang er seine Beine aus dem Bett und ging, die heftig schluchzende Maus immer noch auf der Hand, in die Werkstatt.
Benedict flatterte hinterher und traute seinen Augen nicht. Die Sonne strömte durch große Fenster, von Staub keine Spur mehr. Zu Benedicts großer Freude entdeckte er eine Tür, die in ein Treppenhaus führte. Und er hörte die Turmuhr schlagen.
Giorgio sah sich mit glänzenden Augen um und sagte zu Herr Glitter: "Ich würde mich am liebsten sofort an die Arbeit machen, mich juckt es in den Fingern! Aber zuerst gehe ich in die Stadt und kaufe etwas zu essen. Mir hängt der Magen in der Kniekehle."
Die Stadtbewohner trauten ihren Augen nicht, als sie den Goldschmied sahen und in noch größeres Erstaunen versetzte sie die Verwandlung des Turms, der plötzlich nicht nur große Fenster, sondern auch eine einladende Eingangstür hatte, um die sich duftende Rosen rankten.
Seit damals sind Giorgio, die Maus und der Rabe beste Freunde. Benedicts weiße Feder ist nie mehr nachgewachsen, was ihn aber nicht störte. Wichtig war, die Magie kam zurück in den Schmuck und macht die Welt zu einem besseren Ort.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

--- © 2017 by Barnett & Barnett ---